12.01.2018

Beim SV Bayer wird es schneller hell

Erster Verein mit LED-Lampen auf Sportplatz

Die Jugend des SV Bayer trainiert unter LED-Leuchten. Foto: Andreas Fischer

Schalter ein, Licht brennt. Für Generationen von Platzwarten und Fußballmannschaften war das bislang ein Traum. Minutenlang dauert es es, ehe die üblichen Halogen-Dampf-Leuchten ihr volle Lichtstärke erreichen. Ganz zu Schweigen davon, wie lange es dauert, bis sie nach einer Abschaltung wieder hochgefahren sind. Beim SV Bayer ist der Traum jetzt wahr geworden.

207 Tonnen CO2 in 20 Jahren eingespart

Als ersten Sportplatz in Wuppertal hat der Verein seine Anlage in der Ruthenbeck mit LED-Lampen ausgestattet. Auf Knopfdruck wird es jetzt strahlend hell, und das punktgenau auf dem gesamten Feld oder auch nur auf einer Hälfte, je nach Anforderung im Training. „Für Spiele haben wir noch eine Extraschaltung, damit auch der Zuschauerbereich mit ausgeleuchtet wird schwärmt Philipp Kasperek, der als Leiter der Bayer-Fußballschule tagtäglich auf der Anlage ist.

Zu dem praktischen Nutzen kommen vor allem der finanzielle und der Umweltaspekt, die den Verein bewogen haben, seine Technik für knapp 30 000 Euro umzurüsten. „Unter dem Strich steht pro Jahr eine Energieeinsparung von 71 Prozent“, rechnet Claudia Hastrich, Geschäftsführerin des Wuppertaler Großvereins vor. Außerdem gebe es keinen Verschleiß und zehn Jahre Garantie. Hastrich: „Ein, zwei Leuchten mussten wir bislang jedes Jahr austauschen, und dann hat man auch immer gemerkt, dass die alten an Leuchtkraft verloren haben. Das soll es bei der LED-Technik nicht geben.“ Hinzu kommt eine staatliche Förderung im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, die in diesem Fall 30 Prozent betragen habe. Das richtet sich jeweils nach dem Grad der Energieeinsparung. Die soll in der Rutenbeck der Vermeidung von 207 Tonnen des Treibhausgases CO2 in 20 Jahren entsprechen.

Deutlich kürzer dauert es, bis sich die Anlage finanziell amortisiert hat. „Man rechnet da mit etwa fünf Jahren“, sagt Roman Bensch vom Grünflächenamt der Stadt. Das ist gerade mit der Erneuerung des Sportplatzes am Nocken betraut, und auch dort soll, ebenso wie am neuen Stadionnebenplatz, die LED-Technik zum Einsatz kommen. Innerhalb der Gesamtinvestition von 725 000 Euro nimmt sich der für das Flutlicht bescheiden aus. Mit etwa 70 000 Euro rechnet Bensch, da auch die Masten durch die Verbreiterung des Platzes neu gesetzt werden müssen. „Wir kommen dann aber mit vier statt sechs Masten aus“, so Bensch. Die Lichtwirkung könne genauer gerichtet werden, was auch bedeute, das weniger nach außen abstrahle. In Wohngebieten ein großer Vorteil für die Anwohner. Bis Ende Mai soll der Nocken fertig sein. Bis dahin wird man beim SV Bayer schon viel Erfahrung gesammelt haben: (Tages-)Licht aus, Spot an.

Umrüstung

Dass alle städtischen Plätze schnell auf LED-Technik umgerüstet werden, sieht Sportamtsleiter Norbert Knutzen noch nicht. Schließlich koste das Geld. Neben dem Nocken und dem neuen Stadionnebenplatz hofft er aber auch den Sportplatz am Hardenberg möglichst schnell mit einer LED-Anlage ausstatten zu können. Dort streikt das Flutlicht, wie berichtet, oft. Der TSV Union habe signalisiert, sich beteiligen zu wollen. Nun müssten die Kosten ermittelt und Überzeugungsarbeit gegenüber dem Kämmerer geleistet werden. Die Argumente: Betriebskostenersparnis, Förderung und weniger Blendwirkung für die Anwohner.

(von Günter Hiege)

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