09.10.2017

Das WSV-Rezept in Siegen geht auf (mit Bildergalerie und Video)

4:0-Erfolg beim Aufsteiger

Christopher Kramer dreht hier jubeln dab. Er erzielte seiner Saisontreffer sechs und sieben beim 4:0 in Erndtebrück. Fotos: Kurt Keil

Auch beim Sieg gegen Erndtebrück agierte der Regionalligist mit der Fünferkette und setzte auf Konter.

Wenn das kein guter Einstieg in die englische Woche war: Sicher mit 4:0 hielt der Wuppertaler SV am Samstag in Siegen Aufsteiger TuS Erndtebrück in Schach und musste vor dem Niederrheinpokalspiel gegen Hilden am Mittwoch sowohl kräftemäßig als auch nervlich nicht an seine Grenzen gehen. Zusätzlicher Lohn: In der Tabelle ist der WSV nun wieder Vierter – nur Tabellenführer Uerdingen hat sich nach dem 1:0-Erfolg im Topspiel gegen RWO mit vier Punkten etwas abgesetzt.
Rund 200 Zuschauer begleiteten den WSV nach Siegen, und damit weniger als die Polizei erwartet hatte, auf deren Geheiß die Partie vom kleinen Erndtebrücker Pulverwald- ins Leimbachstadion verlegt worden war. Bei nasskaltem Wetter feierten die Fans ohnehin 90 Minuten durch, bekamen aber nach einer halben Stunde zusätzliche „Hitze“ vom Rasen. Da zahlte sich die Kontertaktik aus dem etwas defensiveren 5-4-1-System, das Trainer Stefan Vollmerhausen zur Überraschung seines Kollegen Florian Schnorrenberg auch gegen den Underdog gewählt hatte, erstmals aus.
Der an diesem Tag mit zahlreichen Linienläufen beeindruckende Niklas Heidemann kam endlich bis zur Grundlinie durch und legte auf Mittelstürmer Christopher Kramer quer, der dynamisch in den Ball rutsche. Als Kramer kurz darauf nach einer von André Mandt getretenen Ecke per Kopf auch sein siebtes Saisontor erzielte, war den braven Gastgebern der Zahn vorerst gezogen.
Immerhin hatten die vor vier Wochen an gleicher Stelle Aachen mit 2:0 besiegt und hätten nach zehn Minuten auch gegen den WSV in Führung gehen können. Der war ausnahmsweise mal fast komplett aufgerückt und wurde von einem langen Pass überrascht. Der schnellen Xhulio Tabaku lief zwar Kevin Pytlik davon, schoss aber alleinstehend aus zwölf Metern neben das Tor.
Das war mit dem 2:0 vergessen. „Es tat unserem Spiel sehr gut, dass wir heute mal zwei Tore innerhalb kürzester Zeit in der ersten Hälfte gemacht haben. Das gab es bisher nicht“, sagte Davide Leikauf nachher. Er war für Enzo Wirtz rechts in der Fünferkette gewechselt. Dafür durfte Dennis Dowidat in der Offensive seinen ersten Startelfeinsatz feiern, braucht aber wie der zuvor lange verletzte Leikauf wohl noch etwas Spielpraxis.
Nach der Pause behielt der WSV die Linie bei, die Gastgeber eher kommen zu lassen. Als aber zwei gute Konter nicht saßen, hatte man nach eine Stunde das Gefühl, es könne vielleicht doch noch einmal eng werden, wenn jetzt den Gastgebern der Anschlusstreffer gelingen würde. Vollmerhausen stellte auf 4-1-4-1 um und wechselte den kampfstarken Daniel Grebe ein. Kurz darauf entspannte sich die Lage auch schon. Wieder einmal war Niklas Heidemann einen Konter mitgelaufen und traf mit seiner Flanke aus kurzer Distanz den Arm seines Gegenspielers. Schiedsrichter Christopher Schütter entschied auf Handelfmeter, den WSV-Kapitän Gaetano Manno zum beruhigenden 3:0 vollendete. Gino Windmüller setzte per Kopf nach Eckball des eingewechselten Yassine Khadraoui noch einen drauf und bestrafte mti seinem fünften Saisontor die Erndtebrücker, die den langen WSV-Mittelfeldläufer immer wieder rustikal bearbeitet hatten, auf seine Art. Bis Mittwoch heißt es nun, regenerieren.

Kramer trifft und trifft

Mit seinen Saisontoren sechs und sieben hat sich Christopher Kramer gemeinsam mit Größen wie Kölns Mike Wunderlich, Essens Michael Platzek und Rödinghausens Marius Bülter an Platz eins der Torschützenliste der Regionalliga West geschossen. „Zweistellig habe ich in den vergangenen drei Jahren immer getroffen und mir das auch hier zum Ziel gesetzt, aber das es schon so gut läuft, hätte ich nicht gedacht“, strahlt der blonde Norddeutsche mit dem Kämpferherz nach dem 4:0 gegen Erndtebrück. Nach dem 0:4 gegen Rödinghausen hatte er sich noch Kritik anhören müssen, weil er zwei gute Chancen nicht verwertet hatte, diesmal gab es von Erndtebrücks Trainer Florian Schnorrenberg großes Lob. „Der ist ständig unterwegs und haut sich wahnsinnig rein, hat dann aber auch noch die Klasse, solche Tore zu machen.“ Kramer gab das Lob auch an seine Vorbereiter weiter: „Beim 1:0 legt mit Niklas Heidemann toll auf. Er hat für mich eine super Spiel gemachte. Und die Ecken von André Mandt sind auch Klasse. Er hat so ja schon mehrer Tore vorbereitet.


Kommentieren

Vermarktung:

Mehr zum Thema