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25.08.2017

WSV fehlt die Leichtigkeit (mit Bildergalerie)

Nur 0:0 gegen Aufsteiger Rhynern

Christopher Kramer avanchierte gegen Rhynern zum tragischen Helden. Erst traf er den Innenpfosten, dann das Außennetz. Fotos: Andreas Fischer

Auch den zweiten Matchball auf die Tabellenführung in der Regionalliga hat der WSV nicht verwandeln können.

Gab es schon beim 0:0 in Wattenscheid meist enttäuschte Gesichter, reichte es auch gestern Abend gegen den biederen Aufsteiger Westfalia Rhynern nur zu einem 0:0. Dabei fehlte dem WSV wie am Montagabend auch diesmal zum einen das nötige Glück (Christopher Kramer traf kurz vor dem Pausenpfiff nur den Innenpfosten). Andererseits ist aber auch die spielerische Leichtigkeit, wie sie wunderbar beim 3:1-Sieg in Essen zu sehen war, flöten gegangen.

Die Parallelen zum Spiel in Wattenscheid waren unverkennbar, deswegen kann man von einem Trend sprechen. Wieder begann der WSV schwung- und druckvoll, drängte auf ein schnelles Führungstor. Dabei helfen durfte diesmal von Beginn an Gaetano Manno, der für André Mandt in der Startelf auflief. Die erhoffte spielerische Belebung brachte das nur in vereinzelten Szenen. Zu wenig gegen die Gäste aus Westfalen, die zunächst das gegnerische Tor völlig ignorierten und sich ganz auf eine stabile Defensive konzentrierten.

Nach gut 20 Minuten erlahmte das Angriffsspiel des WSV, der Aufsteiger wurde etwas mutiger im Spiel nach vorne, ohne allerdings wirklich gefährlich zu werden. Gehörte die Stadiondurchsage wegen eines gefundenen Polizeiausweises (!) zunächst zu den Highlights des Abends, legte Daniel Grebe (28.) mit einem guten Kopfball nach. Es folgte gepflegte Langeweile, ehe Kevin Hagemann wenigstens mal das Außennetz traf (39.). Und, abermals wie in Wattenscheid, hatte der WSV auch diesmal die beste Chance kurz vor dem Pausentee, als der oben erwähnte Kramer Pech im Abschluss hatte.

Wer die zweite Halbzeit von Wattenscheid noch nicht verdrängt hatte, dem grüßte am Zoo gestern Abend das Murmeltier. Der WSV wollte, allein, es wollte nicht gelingen. Mit schwachem Passspiel und viel zu kompliziert angesetzten Spielzügen war den weiter lediglich defensiv eingestellten Gästen nicht beizukommen. Unmut machte sich unter den Zuschauern breit. Aber auch zwischendurch Aufmunterung für ein Team, das zwar spielbestimmend war, aber nicht überzeugte. Konnte Manno auch in der zweiten Halbzeit kaum Akzente setzen, blieben die Mittelfeldstrategen Grebe und Gino Windmüller ebenfalls hinter ihren Möglichkeiten. Zum tragischen Held des Abends avanchierte Kramer, der nach einem Pass in die Gasse von Steinmetz aus spitzem Winkel nur das Außennetz traf. Es war der Auftakt zu einer starken Schlussoffensive des WSV, in denen Hagemann, Schmetz und Raphael Steinmetz beste Chancen hatten. Ein Tor für die Tabellenführung gab's aber nicht mehr.

Erkenntnis des Abends: Der WSV ist nach zwei Nullnummern in Folge (noch) kein Spitzenteam, kletterte aber über Nacht dank des Sieges von Rot-Weiß Oberhausen gegen Viktoria Köln immerhin auf Rang zwei.

Statistik

WSV: Wickl - Pagano, Schmetz, Duschke, Heidemann - Windmüller - Wirtz (46. Steinmetz), Grebe (69. Mandt), Manno (78. Leikauf) - Hagemann, Kramer

SV Westfalia Rhynern: Hahnemann - Jan Kleine, Polk, Wurst, Wiese - Arenz (88. Ricke), Homann, Hönicke (57. Beilfuß), Tekiela (84. Neumann) - Gambino, Lennard Kleine

Tore: -

Gelbe Karten: Duschke, Wirtz, Manno / Hönicke, Homann

Zuschauer: 2435

Schiedsrichter: Tim Pelzer (Kempen)

Nächstes Spiel: Borussia Mönchengladbach U23 - WSV, Samstag, 2. September, 14 Uhr



Noten

Wickl (3), Pagano (3), Schmetz (3), Duschke (3), Heidemann (3) - Windmüller (4) - Wirtz (4), Grebe (4), Manno (4) - Hagemann (3), Kramer (4)

Stimmen

Dass das Spiel seiner Mannschaft im Moment "nicht immer schön aussieht", wollte WSV-Trainer Stefan Vollmerhausen in seinem Pressestatement gar nicht abstreiten. Dennoch sah er die Punkteteilung komplett konträr zu seinem Pendant, Rhyners Coach Holger Wortmann. Der hatte von einem verdienten Unentschieden gesprochen. "Wir hätten uns den Sieg verdient und sind natürlich mega enttäuscht", so Vollmerhausen. "Wir müssen eben weiter an Lösungen arbeiten", sagte er und trauerte trotz des zähen Spiels seiner Mannschaft manch guter Torgelegenheit nach. "Wir hatten aus dem Spiel heraus genug Großchancen", so Vollmerhausen, um dann aber auch einzugestehen: "Für uns ist dieser Punkt zu wenig. Neun Punkte aus fünf Spielen sind mir auch zu wenig." Danach blickte er bereits auf den kommenden Spieltag, wenn es für den WSV zur U23 von Borussia Mönchengladbach geht. Nach drei nominell schwächeren Gegner wartet dann ein deutlich stärker einzuschätzender Gegner auf den WSV. "Auf dieses Spiel haben wir Mega-Bock", so Vollmerhausen.
Arbeiten muss er in der kommenden Trainingswoche vor allem an der Kreativität seiner Mannschaft im Aufbauspiel.
Der eingewechselte WSV-Spieler André Mandt: "Schade, dass wir das Tor nicht gemacht haben. Wir hätten uns schon am Anfang belohnen müssen. 'Eigentlich' ist im Momnet das Wort schlechthin bei uns. Wir haben gedrückt, aber der Ball wollte nicht reingehen. Aber wir dürfen auch nicht vergessen, dass wir immer noch ungeschlagen sind, die Null stand auch heute."
Silvio Pagano: "Rhynern hat es gut gemacht, das war keine schlechte Mannschaft. Das Problem ist, dass wenn du gegen tiefstehende Mannschaften nicht triffst, es dann sehr schwer wird. Wir hatten aber genug Chancen, deswegen ist das Ergebnis sehr ärgerlich. Vielleicht liegt uns Gladbach nächste Woche etwas mehr, weil es eine Mannschaft ist, die auch Fußball spielen will. Nichtsdestotrotz, egal wie der Gegner heißt: Wenn du die Tore nicht machst, kannst du nicht gewinnen. Das war unser Manko die letzten beiden Spiele."

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