Coach zieht Konsequenzen aus Barmer Vereinsquerelen

27.12.2017

Bezirksliga: ASV-Trainer Bayzit tritt zurück

Ünsal Bayzit ist nicht mehr Trainer des ASV Wuppertal. Foto: privat

Wochenlang herrschte bei Bezirksligist ASV Wuppertal, was Personalgespräche anging, eher Stillstand. Nun ging es bei einer personelle Entscheidung ganz schnell.

Am Mittwochnachmittag hat Trainer Ünsal Bayzit gegenüber dem neuen Abteilungsleiter Guido Leicht telefonisch seinen Rücktritt erklärt, kurz darauf machte der Verein dies öffentlich. „Wir hoffen bereits Anfang Januar einen neuen Trainer präsentieren zu können“, teilte Andreas Krüger, zum Jahresende als Sportlicher Leiter zurückgetreten, aber weiter in beratender Funktion, mit.

Mit welcher Mannschaft der Neue dann arbeiten kann, scheint momentan allerdings fraglich. So gab Bayzit als Grund für seinen Rücktritt auch fehlende Perspektiven und ein gestörtes Vertrauensverhältnis zur sportlichen Leitung an. Seit der Mannschaft im Oktober in Folge der Niederlage gegen Ronsdorf ein Gehalt gestrichen worden war (das wurde später auf ein halbes zurückgenommen), sei mit den Spielern nicht gesprochen worden. Mit Marcel Hellmeister und Vincenzo Graziano hatten sich zwei Akteure direkt verabschiedet, Alen Ruzic und Francesco Serleti ließen sich von Bayzit überreden, zumindest noch bis zum Winter weiterzumachen. In dieser Zeit konnte sich die Mannschaft zwischenzeitlich bis auf Rang zwei, der am Ende zur Relegation zur Landesliga berechtigen würde, nach vorne spielen. Aktuell überwintert sie als Vierter mit noch einem Spiel weniger als die über ihr stehende Konkurrenz.

„Der Mannschaft muss ich ein Kompliment machen, wie sie das seit Oktober gemacht hat“, sagt Bayzit. Weil nun mit Hasan Cöp und Orlando Paulo zwei weitere Stammspieler auf dem Abflug seien und noch weitere drohten, den Verein zu verlassen, sieht er die Basis von vor der Saison, als der Aufstieg ins Visier genommen wurde, nicht mehr gegeben und die aktuellen Chancen willentlich verschenkt. Auch Gespräche mit möglichen Neuzugängen im Winter, die den Aderlass hätten mildern können, habe er abbrechen müssen, weil es von der sportlichen Leitung keine Signale dazu gegeben habe. Andreas Krüger hatte im Oktober bereits angekündigt, dass man wohl kleinere Brötchen werde backen müssen. Der ASV-Vorsitzende Michael Lutz hatte der Mannschaft vor zwei Wochen allerdings erklärt, dass man versuchen wolle, auch 2018 erfolgreich Fußball zu spielen. Durch den Tod von Mäzen Rolf Blankertz dürfte die Situation nicht einfacher geworden sein.

(von Günter Hiege)

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