Aus- und Rückblicke beim Wuppertaler SV

30.12.2017

Manno: "Mit Rückkehrern nochmals angreifen"

Gaetano Manno sieht mit der Rückkehr der verletzten Kollegen Silvio Pagano und Kevin Hagemann die Chance, nochmals oben anzugreifen. Archivfoto

Zwei Projekte, die Meilensteine auf dem Weg zurück in den Profifußball werden sollen, flankierten das bewegte Jahr 2017 des WSV. Im Frühjahr stellte Wuppertals größter Fußballverein sein Konzept 2020 vor, das bis dahin schrittweise den Weg in die Dritte Liga ebnen soll. Im Dezember kamen Stadionpläne für den Ausbau der Gegengeraden mit Hilfe von Investor Thilo Küpper hinzu.

Noch sind beide Projekte Visionen, zumal die für die Fortentwicklung als nötig erachtete Etatsteigerung von jährlich
200 000 bis 250 000 Euro sich schwierig gestaltet. WSV-Vorstandssprecher Lothar Stücker betont immer wieder, dass der WSV sich zwar strukturell weiter fortentwickelt, in die Geschäftsstelle und auch in die Mannschaft investiert habe, es aber noch nicht gelungen sei, auf der Sponsorenseite entscheidenden Zuwachs zu bekommen. Dass Ende des Jahres das publikumsträchtige Spiel gegen Rot-Weiss Essen ausgefallen ist, kommt aktuell erschwerend hinzu.

Spiele gegen RWE waren auch so wieder prägend im Jahr 2017. Im Vorjahr hatte der Verein im Finale des Niederrheinpokals gegen die Essener klar verloren, im März kam - unglücklich – im Halbfinale mit 2:3 das Aus gegen den großen Westrivalen.

Von diesem Negativerlebnis vor der mit Abstand größten Kulisse des Jahres von 13 000 Zuschauern im Stadion am Zoo erholte sich die Mannschaft nicht mehr, geriet fast noch in Abstiegsgefahr. Ganze zwei Punkte fuhr sie in den letzten neun Saisonspielen ein. Zuvor hatte der WSV noch Spitzenreiter Borussia Dortmund die erste Saisonniederlage beigebracht, lag auf Platz fünf. Am Ende wurde es Rang elf, mit dem das Ziel Klassenerhalt aber erfüllt wurde.

In der neuen Saison sorgte der 3:1-Erfolg in Essen am zweiten Spieltag für die erhoffte Aufbruchstimmung. Auch mit einem Erfolg gegen den späteren Spitzenreiter Viktoria Köln ließ der WSV aufhorchen, nutzte allerdings zweimal die Chance nicht, die Tabellenspitze zu erobern.

Für die meisten Schlagzeilen sorgte allerdings Anfang November nicht die 0:1-Niederlage gegen Spitzenreiter Uerdingen, sondern, dass ein Verletzter KFC-Spieler minutenlang blutend und unbehandelt auf dem Stadionrasen lag, ehe Rettungskräfte eintrafen. Gegen sie gab es ebenso eine Anzeige, wie gegen WSV-Spieler Daniel Grebe, der den Notarzt mit einem Schubser auffordern wollte, sich zu beeilen. Zu (Vor)-Ermittlungsergebnissen wurde bisher nichts bekannt.

Zurück zum Sport: Zugänge wie Stürmer Christopher Kramer, mit elf Treffern aktuell mit Viktoria Kölns Timm Golley bester Ligaschütze, Mittelfeldabräumer Gino Windmüller oder Standardspezialist Andre Mandt erwiesen sich als Volltreffer. Und obwohl mit Kevin Hagemann und Silvio Pagano zwei wichtige Spieler zuletzt verletzt ausfielen, behauptet die Mannschaft Rang sechs. „Wenn sie nach dem Winter zurückkehren und wir vielleicht noch ein, zwei Verstärkungen bekommen, kann ich mir vorstellen, dass wir noch einmal angreifen“, sagt Kapitän Gaetano Manno, der beim WSV nach dieser Saison vermutlich seine Karriere beenden wird.

Nicht ins Konzept passte, dass Liga-Primus Viktoria Köln Trainer Stefan Vollmerhausen haben wollte und der sich interessiert zeigte. Der Wechsel platzte, weil sich beide nicht einig wurden. Nun müssen sich Verein und Trainer neu zusammenraufen. Insbesondere wohl Vollmerhausen und Sportvorstand Manuel Bölstler. Sie galten lange als ein Herz und eine Seele, doch das Verhältnis ist geschäftsmäßig abgekühlt.

Als Sieger darf sich der WSV auf einem anderen Feld fühlen. Dafür, dass er sein Jugendzentrum an der Nevigeser Straße an die Stadt für eine Bebauung mit Sporthalle und Supermarkt abtritt, werden für ihn der Stadionnebenplatz inklusive Turnhalle und der Sportplatz Nocken ausgebaut. Beide Plätze erhalten einen Kunstrasenbelag. Sie bieten dem Verein die Möglichkeit, seine ambitionierte Jugendarbeit konsequent fortzusetzen.

Dass die A-Jugend im Sommer nach vier Jahren aus der Bundesliga abgestiegen ist, soll da kein Rückschritt sein. Das Team überwintert auf Platz eins der Niederrheinliga.

(von Günter Hiege)

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