Fußballerische Qualität hat aber abgenommen

01.01.2018

Spannung und Kampf beim Südhöhen-Turnier (mit Fotogalerie)

Sonnborns Torhüter Robin Schworm war der umjubelte Spieler nach dem Neunmeterschießen im Finale.

Bei der 29. Auflage des Südhöhen-Turniers gab es eine Premiere: Zum ersten Mal siegte der nicht als Favorit gehandelte Kreisliga A-Spitzenreiter SC Sonnborn gegen den noch größeren Außenseiter und klassentieferen SSV Sudberg nach Neunmeterschießen.

Nach regulärer Spielzeit stand es 4:4. Als Sudberg drei Neunmeter nicht verwandeln konnte, reichten den Sonnbornern drei Treffer zum Pokalgewinn. Es war von der Torfolge her gesehen ein spannender Verlauf. Viermal ging die Mannschaft von Sonnborns Trainer Patrick Stroms in Führung, und viermal glich der Gastgeber aus. Das 4:4 fiel erst sieben Sekunden vor dem Abpfiff. Auffällig bei Sudberg: In fast allen Begegnungen lagen sie im Rückstand und erreichten dennoch das Finale. Sonnborns Torwart Robin Schworm, neben dem Beyenburger Keeper Marvin Hinze bester Spieler des Turniers, wurde zum Garanten des Pokalsiegers.

Platz drei wurde im Neunmeterschießen ermittelt. Der TSV Ronsdorf setzte sich durch ein 4:2 gegen den TSV Beyenburg durch. Das Team vom Stausee besiegte in der Zwischenrunde überraschend aber verdient den Favoriten Cronenberger SC mit 3:2. Dieser setzte am zweiten Tag aus dem Oberligakader nur Kabiru Mohammed ein und verfügte nur über drei Auswechselspieler. Die eingesetzten A-Jugendliche und Reserve-Akteure zeigten sich teilweise talentiert, mussten aber noch die Routine der Beyenburger Oliver Knop und dem bundesligaerfahrenen Luciano Velardi anerkennen. Sie scheiterten zudem am den tollen Reflexen von Torwart Hinze.

Das vom SSV Sudberg erneut hervorragend organisierte Turnier wird vom Publikum weiterhin gut angenommen. Es sah kampfbetonte und spannende Partien. Gegenüber früheren Jahren, 1993 gewann sogar der Wuppertaler SV, hat die fußballspezifische Qualität aber abgenommen. Wenn drei Bezirksligisten, sechs Kreisliga-A, ein Kreisliga-B-Vertreter und zwei Oberliga-Vereine ohne eine Vielzahl von Stammspielern antreten, dann haben technische Feinheiten Seltenheitswert. Das Desinteresse der Vereine, ihr stärkstes Aufgebot zu senden, kann doch nicht nur am harten Boden liegen. Cronenbergs zweiter Vorsitzender Bert Holthausen: „Als ich Trainer war, hat beim Uni-Hallen-Turnier nur der gespielt, der auch beim Südhöhen-Turnier anwesend war."
Dennoch: Zusagen für das 30. Jubiläumsturnier gab es bereits von den Vereinen.

Stimmen

Sonnborns Siegertrainer Patrick Stroms: „Das war eine überragende und geschlossene Mannschaftsleistung sowie ein Sieg der tollen Disziplin und Kameradschaft.“
Das gleichberechtigte Sudberger Trainer-Duo: Reiner Finkenbusch: „Wir haben zwei Tage auf unserem höchstem Niveau gespielt. Für mich war das sensationell. Wir wollen den Schwung mit in die Meisterschaft nehmen. Thorsten Ellermann: „Das war für mich kaum vorstellbar. Wir haben uns sensationell präsentiert. Jetzt konzentrieren wir uns auf den Aufstieg.“
Sudbergs Vorsitzender Günter Willms: „Ich freue mich mit der guten, jungen Mannschaft. Lob auch an unsere Trainer. Wir sind insgesamt zufrieden. Mein Dank geht auch an unsere vielen freiwilligen Mitarbeiter.“
Cronenbergs stellvertretender Bezirksobmann Michael von Wenczowski: „Kompliment an die junge Sudberger Mannschaft. Ein Dank auch an den Rollschuh-Club Cronenberg, der überhaupt dieses Turnier erst möglich macht.“
Die an beiden Tagen eingesetzten und meist souverän leitenden Schiedssrichter heißen: Thorsten Ascheuer, Robin Braun, Franziska Hau, Jens-Uwe Baum, Marcel Stach, Michael Szewczik.

(von Gerd Sonnenschein)