Reaktionen und Stimmen zu den Umbauplänen

19.12.2017

Stadion am Zoo: „2019 wäre der beste Fall“

Manuel Bölstler gab auch Auskunft zur Trainerdebatte beim WSV.(Foto: Gerhard Bartsch)

Die Stadt nennt es „eine gute Idee für das Stadion am Zoo“, der Wuppertaler SV einen „Meilenstein in der Vereinsgeschichte“ und die Fortentwicklung seines Konzepts WSV 2020. Irgendwo dazwischen schwankte auch die Stimmung bei der Vorstellung der Pläne im Barmer Bahnhof. Einerseits Begeisterung über den beeindruckenden Entwurf, andererseits aber eben auch die Frage, lässt sich das in Wuppertal wirklich realisieren?

WSV-Torjägerlegende Günter Pröpper ist da zuversichtlich, findet die Pläne „super“. „Ich glaube auch, die kriegen das hin, weil da drei Seiten zusammenarbeiten“, sagte er im Hinblick auf die geplante Kooperation zwischen Investor Thilo Küpper, dem Gebäudemanagement und dem Jobcenter. „Ich hoffe nur, ich erlebe das noch“, schob der gerade 76 Jahre altgewordene Pröpper augenzwinkernd nach.

„Vielleicht könnte ich ja noch darin spielen“, sagte WSV-Spieler Silvio Pagano, der mit seinen 32 Jahren aktuell noch zu den Stützen der Mannschaft gehört. „Und ein Eiscafé soll da auch rein“, warf von nebenan ein Fan humorvoll dazwischen. Pagano musste lachen. Er betreibt bekanntlich eine Eisdiele im Bochumer Ruhrpark, zum Stadion wären für den Wuppertaler die Wege wesentlich kürzer, Investor Thilo Küpper will vor allem versuchen, die heimischen Unternehmer ins Boot zu holen, sie vom einmaligen Standort eines zusätzlichen modernen Stadiongebäudes für Tagungen und Firmenveranstaltungen überzeugen.

Auf die Frage nach dem Zeitpunkt der Umsetzung, meinte er vorsichtig optimistisch: „2019 wäre sicher der beste Fall.“ Im Frühjahr will er zunächst auch mit Firmen, dem WSV aber auch den Anwohnern im Zooviertel sprechen, um die Bedarfsplanungen konkretisieren zu können und dann auch eine genau Entwurfsplanung zu machen. Mit der wolle er im Laufe des nächsten Jahres einen Bauantrag stellen. Der Entwurf, den er am Montag zeigte, stelle die Maximalvariante dar. Sogar die Kurve hinter der Gästetribüne ist darauf bebaut. „Es geht aber sicher erst einmal kleiner, je nachdem, was jetzt bei den Vorgesprächen herauskommt“, so Küpper.

Er rechnet vorab mit 18 Millionen Euro Investitionskosten, sechs Millionen davon solle das transparente Dach kosten, dass nicht nur die Vip-Logen und die Gegengerade, sondern auch die Stirnseiten und die „berühmte Nord“ abdecken soll. „Sicher eine optimistische Rechnung, aber er ist der Investor, er muss es wissen“, sagte Hans-Uwe Flunkert, Chef des Wuppertaler Gebäudemanagements. Normal seien aktuell Baukostenpreise von 2000 bis 3000 Euro pro Quadratmeter. Bei 12 000 Quadratmetern im Endausbau dürften da 18 Millionen Euro kaum reichen.

Für den städtischen Teil, nämlich den Neuaufbau der Gegengeraden nach dem Modell der Stirnseiten – also mit Betonstufen –, müsste Küpper „nur“ zwei Millionen Euro berappen. Und dafür liegen die Detailpläne schließlich schon in der Schublade.

Auch Flunkert, der den Gesamtausbau des Stadions stets im Auge hatte, hat übrigens eine Vision. „Ich gehe in drei Jahren in Rente, bis dahin muss alles fertig sein“, sagte er lächelnd, während der WSV seinen „Meilenstein“ anschließend noch mit der X-Mas-Party im Barmer Bahnhof feierte. Viele, die nur gekommen waren, um die Stadionpläne und die Entwicklungen um Trainer Stefan Vollmerhausen, der möglicherweise nach Köln geht, zu erfahren, waren da schon gegangen.

(von Günter Hiege)

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