Teammanagerbericht: FSV Vohwinkel II

26.08.2013

LSV innerhalb 150 Sekunden besiegt

FSV II - Langenberger SV 5:1 (0:0)

Man muss ehrlich zugeben, dass der 5:1-Sieg in dieser Höhe gegen agile Langenberger durchaus etwas überraschend kam, da dem FSV gerade vor der Halbzeitpause die Anfangsnervosität deutlich anzumerken war. Anstatt wie gewohnt sein temporeiches Spiel aufzuziehen, begann man abwartend und förmlich demütig, was die Kreisliga A an Fußball zu bieten hat. Da Langenberg aber vor dem FSV mindestens genauso viel Respekt hatte, gab es erst nach der Pause herrliche Tore zu sehen.

Man kann von FSV-Seite nicht behaupten, man hätte nicht alles für dieses Liga-Spiel getan. Sensationelle Vorbereitung (man gewann noch ein Testspiel am Mittwoch gegen die SF Wuppertal mit 4:1), dazu die typisch disziplinierte Konzentrationsphase vor dem Spiel und ein Trainergespann, welches sich ausnahmslos auf genau diesen Sonntag, 15:00 Uhr fokussierte. Einziger Wehrmutstropfen war der kurzfristige Ausfall von Lukas Gatzki, der sowohl vor 7 Tagen gegen Dönberg mit einem Doppelpack traf, als auch am Mittwoch.

Zwar optisch überlegen, aber stets darauf bedacht, den Gegner gar nicht erst in Strafraumnähe kommen zu lassen, prägten allerdings die erste Halbzeit. Langenberg versuchte es stets mit langen Bällen, die von Bielefeld im FSV-Kasten aber keine sonderliche Herausforderung waren. LSV-Coach Thomas Liedtke genervt zu seiner Mannschaft: "Jungs, dass bringt mit den langen Dingern bei dem nichts. Merkt ihr das dann mal?"

Während Langenberg erst zu gar keiner zwingenden Chance kam, war es auf Vohwinkeler Seite aber auch nicht gerade so, als wenn man sich jetzt in einen Rausch gespielt hätte. Zwar hatte Golgiyaz und Graß die Führung auf dem Fuß, aber entweder erwischte man den Ball nicht richtig oder aber man zielte zu ungenau. Daher ging das torlose Remis unter dem Strich ganz in Ordnung, wobei der beste Akteur auf dem Feld eindeutig der Schiedsrichter war, der souverän dieses Spiel leitete.

Nach der Pause legte der FSV aber die Neulingsnervorsität ab und Langenberg bekam jetzt immer mehr Probleme. Da der FSV sowohl über die Außen, als auch durch das Zentrum immer wieder durchbrechen konnte, musste der LSV taktisch umändern - und sorgte so fast unbewusst für die bösen Minuten danach. Der gebeutelte Sinan Erdem, der vor der Pause schon mit Golgiyaz seine liebe Müh und Not hatte, wurde zur... sagen wir Strafe... auf die andere Seite zu Graß beordert, was natürlich genauso bitter endete. Denn fortan überrannte der FSV seinen Gegner, erzielte 3 Tore innerhalb 150 Sekunden.

Erst durch die Mitte, als Ertopcu in seiner gewohnt abgezockten Art das 1:0 markierte, dann als ein Völlmecke-Pass Graß erreichte, der Erdem enteilte und dessen Flanke Sascha Berendt per Flugkopfball (!) sehenswert verwandelte, bevor Graß höchstpersönlich von Golgiyaz uneigennützig angespielt wurde und lässig einschob. Langenberg innerhalb 3 Minuten liquidiert.

Der FSV lehnte sich angesichts dieser Führung ein wenig zurück und nahm sich dann seine 10-minütige Auszeit, in der Langenberg auf den Anschluss drückte. Einmal rettete Bielefeld im FSV-Kasten ein schier unhaltbares Ding, dann rettete das Aluminium für den FSV. Allerdings war es das dann auch mit der Herrlichkeit des fairen Gastes, der danach dem FSV beim Tempofußball bestaunen musste. Erst Berendt, der erneut ein Golgiyaz-Solo vollenden dürfte, dann Graß, der zum 5:0 einnetzte, schraubten das Ergebnis in die Höhe.

Interessant aber die Tatsache, als man in die FSV-Gesichter mit dem Schlusspfiff blickte. Frust, Ärger und pures Entsetzen! Denn exakt mit dem Schlußpfiff kassierte der Liganeuling seinen Gegentreffer, nachdem Sieron vom LSV aber ein Distanzschuß herrlich an den Innenpfosten setzte, wovon er ins Netz einschlug. Bielefeld hier absolut machtlos. Nun, die Mannschaft wollte allerdings unbedingt zu Null spielen, ärgerte sich maßlos über den letztlich aber nicht unverdienten Ehrentreffer der Langenberger, was allerdings eine Menge über ihre Moral aussagt. Da gewinnt man 5:1 und ärgert sich über ein Tor in letzter Sekunde, anstatt ausgelassen den Sieg zu feiern. Schiedsrichter Grebe: "Ich hatte die Pfeife schon im Mund, der FSV hätte nur noch einmal im Ballbesitz kommen müssen, dann wäre Schluss gewesen. Aber so lange habe ich halt gewartet." Die Mannschaft süffisant: "Danke für den Hinweis und das sie in der Wunde rumstochern." Natürlich war dieses witziger gemeint, allerdings wenn man ein Bielefeld und Komm kennt, dann kann man auch 20:1 gewinnen, diskutiert wird immer zuerst der Gegentreffer.

FSV-Coach Reiner Finkenbusch: "Glückwunsch meiner Mannschaft zu dem verdienten Sieg. Sie hat sich belohnt für die gute Vorbereitung und es ist absolut überraschend, dass sie sich in der Liga so zu Wort gemeldet hat. 3 Punkte gegen den Abstieg. Wir halten den Ball flach. Wir müssen weiter fleißig sein, haben uns jetzt für die schweren Aufgaben immerhin bisschen Selbstvertrauen geholt."

LSV-Coach Thomas Liedtke: "Wir wussten um die Vohwinkeler Qualitäten. Hier kann man durchaus verlieren. Mit der Leistung vor der Pause bin ich zufrieden, alles danach...??? Glückwunsch an den FSV zum verdienten Sieg und viel Erfolg. Jetzt geht es von Vohwinkel nach Germania. Super Saison-Auftakt nennt man das...!"

Ein Lob hat sich neben dem fairen Auftreten des LSV an dieser Stelle aber insbesondere Schiedsrichter Gernot Grebe bei den Spielern verdient, die wahrlich Respekt vor der klaren Linie gehabt hatten. Mit insgesamt nur drei gelben Karten hatte der Schiedsrichter die Partie fest im Griff und immer die richtigen Worte zur richtigen Zeit parat. FSV-Kapitän Komm: "Der war richtig gut, so macht das richtig Spaß. Allerdings bestätigte auch LSV-Coach Liedke diese Meinung: "Der Schiedsrichter war super, an ihm lag es nicht, dass wir verloren haben."

Nächste Woche geht es nun zum SC Uellendahl, der mit dem dreifachen Torschützen Murat Ercanoglu beim SV Heckinghausen siegreich blieb. Und Duelle der beiden "Ascheteams" sind in den letzten Jahren immer emotional abgelaufen, was aber auch den Respekt gegeneinander ausdrückt. Uellendahl gegen Vohwinkel, immer ein wenig mehr als ein normales Fußballspiel.

Tore: 1:0 Ertopcu (56.), 2:0 Berendt (57.), 3:0 Graß (58.), 4:0 Berendt (73.), 5:0 Graß (84.), 5:1 Sieron (90.+2.)

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26.08.2013 - 12:33 - markado

Ein sehr guter Bericht, dem nichts hinzuzufügen ist. Verdienter Sieg der Gastgeber, der innerhalb von 5 Minuten das Spiel für sich entscheidet.

26.08.2013 - 12:17 - MiLu

Es ist ungleublich, was dieser Trainer bewirkt ! Respekt ! Fragt sich, wie lange der FSV ihn noch halten kann. Man hört, dass sich F.Bobic um ihn bemüht......